Impressionen: Château de Montfaucon
Dienstag, 31. Januar 2012
Im Fasskeller, wo Schlossherr und Winzer Rodolphe de Pin seine Spitzencuvée “Baron Louis” lagert, einen Côtes du Rhône mit vollmundigen Frucht- und Gewürznoten.
Foto: Hans-Werner Nees

Im Fasskeller, wo Schlossherr und Winzer Rodolphe de Pin seine Spitzencuvée “Baron Louis” lagert, einen Côtes du Rhône mit vollmundigen Frucht- und Gewürznoten.
Foto: Hans-Werner Nees

Gegen den Strom schwimmen ist nicht jedermanns Sache. Rodolphe de Pins weiß das nur zu gut. Als junger Winzer beschreitet er neue Wege – und das in einer der traditionsreichsten Regionen Frankreichs, der Provence. Im beschaulichen Montfaucon lebt er seine Vision vom etwas anderen Wein.
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Im warmen Klima der Provence und des südlichen Rhônetals reift diese Traube und ergibt vollvolumige, alkohol- und tanninreiche Weine. Zumeist wird sie mit den klassischen Sorten des französischen Südens verschnitten, vor allem Syrah, Grenache und Cinsault. Reinsortig ist Mourvèdre eher selten anzutreffen – wobei es an guten Gründen nicht fehlt angesichts dieses Tropfens.
Gut fünf Jahre lag er im Keller und nutzte die Zeit, um sich zu entwickeln. Kaum abgefüllt, ließ er 2006 mit ungestümen Gerbstoffen die Muskeln spielen, begleitet von überbordenden Fruchtaromen und einem strammen Alkohol. Ein halbes Jahrzehnt später befindet sich auf einem sehr guten Weg. Die Tannine sind weich und rund, herrlich umspielt von saftigen Beerenaromen.
Mit fast 15 Vol. % ist der Mourvèdre von Ausnahmewinzer Daniel Boule alles andere als ein Leichtgewicht, derart kunstvoll balanciert aber fügt sich der Alkohol harmonisch ein. Ideal zu dunklem Wild an kühlen Winterabenden. Mein Vater, der heute 77 Jahre alt geworden wäre, hätte seinen Spaß an diesem wunderbaren Tropfen gehabt …

Schon mal vorgekostet, für gleich, wenn der Regen kommt: volle Frucht, kräftige Aromen von dunklen Waldbeeren, Kirsche und Pfeffer, sanfte Tannine bei geschmeidigen 14,5 Vol. %. Herrlich zu trinken mit langem Nachklang. Kann aber genauso gut noch ein bis zwei Jahre liegen – oder bald Herbst- und Winterabende erwärmen.

Ausgezeichnet: Der renommierte Wine Spectator zählt den Côtes du Rhône von Louis Barruol zu den 100 begeisterndsten Weinen der Welt im Jahr 2010.
Der amerikanische Weinpapst Robert Parker schwärmt: “Eines der wunderbaren und sagenhaften Schnäppchen der Côtes-du-Rhône-Appellation!” Umso schöner, dass ich noch etwas vorrätig habe. Und das nicht nur vom Jahrgang 2009, sondern auch vom gleichfalls hoch gelobten Jahrgang 2008 …

Während draußen vor der Tür Dauerregen in Eisregen übergeht und Herbst Winter wird, verlangt es nach Gehaltvollem. Der Côtes du Rhône aus Gigondas von Ausnahmewinzer Louis Barruol riecht, schmeckt und wirkt, als ob er für genau diese Jahreszeit gemacht ist, wenn Frucht und Alkohol etwas mehr sein dürfen.
Konzentrierte Aromen von Waldbeeren und dunklen Kirschen, dazu Nuancen von Vanille und Pfeffer verleihen dem reinsortigen Syrah eine einladende Geschmacksfülle. Harmonisch und ausgewogen bei immerhin 14 Vol. % ist ihm zugleich eine gewinnende Frische zu eigen. Weswegen der Wein – jetzt und in den nächsten vier Jahren – nicht nur ein idealer Begleiter zu Kurzgebratenem und dunklem Wild ist, sondern auch allein eine gute Figur macht. Vorzugsweise an Abenden, wenn es draußen schneit und stürmt …

Im historischen Gewölbekeller der Domaine Paul Avril, wo ich unglaubliche Weine aus vier Jahrzehnten verkostete.
Foto: Hans-Werner Nees